Rezension
Eine der merkwürdigsten Erscheinungen der Songwriter-Americana der vergangenen 30 Jahre. Ramsay Lewis' Songs erinnern an Hank Williams ebenso wie an Tom Waits, an Woody Guthrie und an John Lee Hooker, an Ramblin' Jack Elliott, Levon Helm und Leon Redbone; und die Stimme könnte einem Endzwanziger ebensogut gehören wie einem Mittsiebziger. Seltsame Charaktere wie ein Hafenarbeiter mit Mordfantasien bevölkern die zerschossen wirkenden Songs, die mit Banjo, Orgel, Fiddle, Akkordeon und schepperndem Schlagzeug instrumentiert sind. In Midwoods Heimat wollte das Ende der 90er niemand veröffentlichen, schließlich landete das Debüt (seither folgten drei weitere Alben, in großen Abständen) beim deutschen Glitterhouse-Label. Wo es aber auch nur auf CD veröffentlicht wurde; den Traum einer Vinylausgabe dieses (man darf es wohl so nennen) veritablen Kult-Albums hatte man längst aufgegeben. Nun gibt es doch noch eine – allerdings auf 500 Exemplare limitiert. Sollte man keinesfalls verpassen. (1999/2025)






