Dimitri Schostakowitsch

Symphonie Nr. 9 / Konzert für Trompete, Klavier und Streichorchester

Weitere Interpreten:  Hannes Läubin, Trompete / Yefim Bronfman, Klavier / Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks, Dirigent: Mariss Jansons
Label/AN:  BR Klassik, 900204
Format:  LP 180g

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Rezension

Schostakowitschs op. 35 läuft auch unter der Bezeichnung “Klavierkonzert Nr. 1”, doch eigentlich griff der Komponist hier die Form barocker Doppelkonzerte auf. Die Schwere und Ernsthaftigkeit vieler späterer Werke ist hier noch nicht zu spüren, der 26jährige spielt mit viel Humor mit den Spielarten, zitiert aus Volksliedern ebenso wie aus den Werken sakrosankter Meister – doch bei aller Ironie ist da auch eine Menge echter Klangschönheit und Liebe zur Musik zu spüren. Dem Team Bronfman/Läubin/Jansons gelang im Oktober 2012 eine funkensprühende Aufführung des Werkes, die natürlich in hervorragender Qualität mitgeschnitten und nun endlich veröffentlicht wurde – und der man getrost Referenzstatus verleihen darf! Gekoppelt wurde das Konzert mit einem ein Jahr älteren Mitschnitt der 9. Symphonie. Auch dies ein von Ironie geprägtes Werk – doch längst nicht so unbeschwert: Der Komponist ging ein großes Risiko ein, als er es anstelle des erwarteten heroischen Monumentalwerkes zum Sieg über Nazideutschland 1945 präsentierte. Doch er hatte Glück – zwar bemängelten die Apparatschiks, die Musik spiegele nicht den wahren Geist des Volkes der Sowjetunion, doch den Spott und die Karikaturen darin bemerkten sie nicht; ein damaliger Kritiker schrieb etwas über Mozartsche Leichtigkeit (womöglich, um den geschätzten Komponisten zu schützen, das läßt sich wohl kaum noch nachvollziehen). Auch hier gelang dem lettischen Schostakowitsch-Spezialisten eine nachgerade ideale Einspielung voller Zwischentöne, die – wie es vom Komponisten sicherlich geplant war – reichlich Interpretationsspielraum läßt! (2022)