Rezension
Mit seinem Debüt und den Hits "Splish Splash", "Queen Of The Hop" und "Dream Lover" wurde Bobby Darin zum Teenager-Idol; doch schon mit diesem zweiten Album etablierte sich der Sänger als ernstzunehmender Künstler, der es mit den Allergrößten aufnehmen konnte. Die das auch merkten: Sammy Davis jr. schickte nach dem Hören der Masterdubs noch vor Veröffentlichung der LP ein Glückwunschtelegramm mit den schönen Worten, die Platte sei "so good I hate you". Womit er völlig recht hatte: Die Start-Nummer "Mack The Knife" katapultierte Darin nicht nur ein weiteres Mal in die Charts (wo die Single neun Wochen den ersten Platz blockierte), sondern auch in die Sinatra-Liga der Entertainment-Giganten. Und das ganze Album bleibt in dieser Klasse: Darins Interpretationen von Standards wie "I'll Remember April", "Beyond The Sea", "Softly As In A Morning Sunrise" oder "It Ain't Necessarily So" (eine Sammy Davis-Glanznummer, die Darin vollkommen anders auslegt) zeigen eine Reife und ein Stilgefühl, das man einem gerade einundzwanzigjährigen Teenieschwarm sicherlich nicht zugetraut hätte. Wobei die gesangliche Leistung ergänzt wird durch die von Richard Wess (der auch die Arrangements schrieb) geleitete Band, die legendären Ensembles wie dem Billy May Orchestra hier souverän auf Augenhöhe begegnet. Ein absolutes Meisterwerk (es bleibt Darins größter Wurf auf Albumlänge, trotz vieler weiterer guter und sehr guter Aufnahmen), hier mit fünf Bonustracks auf blauem Vinyl. (1959/2025)




