Rezension
Die 67jährige Sopranistin hatte das Opern/Lied-Fach schon des Öfteren verlassen, meist für Jazz, aber auch schon in Richtung Americana, mindestens als Gastsängerin. Dies ist nun, man darf es wohl so nennen, ein Country-Album. Darauf gastieren zwar auch Stars der Gattung wie Dolly Parton, Vince Gill, Dobro-Legende Jerry Douglas, Sierra Hull und Sarah Jarosz. Ihr wichtigster Partner aber ist Banjo-Zauberer Béla Fleck, und diese Kombination muß im Himmel erdacht worden sein. Das Repertoire: Nur teilweise Traditionals wie "In The Pines" (mit Parton – phantastisch!) und Klassiker wie "Scarlet Ribbons". Der Titeltrack stammt bekanntlich von Joni Mitchells zweitem Album, "The Scarlet Tide" war der Ausklang von Elvis Costellos "The Delivery Man". Costello sang das damals mit Emmylou Harris, und man muß schon eine Renée Fleming sein, um sich zu trauen, das zu covern. Völlig unmöglich, unter diesen zehn Songs einen oder mehrere Favoriten auszuwählen, einer ist schöner als der andere. Solange es solche Platten gibt, ist die Menschheit noch nicht ganz verloren. (2026)






