Rezension
Mit Verlierern kennt John R. Miller sich aus. Das Leben on the road als tourender Musiker hatte ihn zum Alkoholiker gemacht, und in den Kneipen, die er oft schon am hellen Tag aufsuchte ("Day Drinkin'" heißt ein Song), lernte er eine Menge Typen kennen, die oft völlig unverschuldet gestrandet waren. Typen, die Geschichten haben, dies es zu erzählen gilt. 2018 zog er sich selbst aus dem Sumpf und begann seine Solokarriere; schon das zweite Album erschien beim renommierten Roots-Label Rounder Records. Dies ist bereits sein drittes für das Label, auf dem der heute 40jährige abermals mit vom Leben gegerbter Stimme vom unteren Rand der Gesellschaft berichtet. Millers Songs sind rockiger als die seines großen Vorbilds Townes Van Zandt, aber die Wesensverwandtschaft ist offensichtlich. Einer der großen Straßenlyriker der Gegenwart. (2026)




