Rezension
Eine originelle Idee für einen Sänger – noch dazu einen der versiertesten seiner Generation – das eigene 40jährige Jubiläum mit einer rein instrumentalen Platte zu feiern. Aber wie Ferry selbst auf dem Klappentext schreibt, begann seine eigene musikalische Reise mit Jazz. Frühe Favoriten waren Charlie Parker oder Ornette Coleman, die der junge Ferry dafür bewunderte, wie weit sie sich von ihren gegebenen Themen entfernen konnten, um dann am Ende doch zu ihnen zurückzukehren, als ob nichts gewesen wäre. In letzter Zeit interessierte sich Ferry, der ja auch schon mal eine LP im Stil der 30er Jahre aufgenommen hatte und überhaupt für Traditionen viel übrig hat, aber vor allem für den ursprünglichen, wild explodierenden Jazz der 20er. Und so versammelte er abermals eine Crew exzellenter britischer Jazzer um sich nebst einem hervorragenden Arrangeur (Colin Good) – und ließ einige der wichtigsten Songs seiner Karriere im authentischen Sound der "Roaring Twenties" aufführen! Das kann man nun als nette Fußnote der Ferry-Diskographie abtun, was aber sehr schade um das Album wäre. Das macht nämlich einen Heidenspaß, swingt wie nichts Gutes – und läßt einen ernsthaft über die Urheberschaft von Songs wie "Do The Strand", "Love Is The Drug", "The Bogus Man" oder auch "Avalon" nachdenken, so gut funktioniert es… – Limitierte Neuausgabe auf "forest green vinyl". (2012/2026)






