Rezension
Die beiden EPs, die Moss 2022 und '23 veröffentlichte, zeigten zwar durchaus ihr Songwriting-Talent. Doch auf die entwaffnende Schönheit ihres Albumdebüts haben sie nicht vorbereitet. Vom Indie-Rock ihrer frühen Tage hat Moss sich gänzlich verabschiedet, sie habe sich von ihrer eigenen Musik entfremdet gefühlt, sagt sie heute. Entdeckt hat sie dann den britischen Folk, Nick Drake, Vashti Bunyan. Und schrieb ein Album voller magischer Momente, lernte das Gitarrenspiel noch einmal neu (keine Akkorde, einzelne Töne) mit akustischen Instrumenten. Entscheidend war dann noch die Begegnung mit dem Saxophonisten Matthew Herd, Leiter des nach ihm benannten Kammerensembles, der für Moss' neue Lieder zauberhafte Arrangements schuf mit Violine, Kontrabass, Saxophon und Horn. Der Kammer-Folk, der dabei entstand, macht dieses Debüt bei aller Zartheit zu einem der stärksten Musikmomente des Jahres. Hier beginnt eine bedeutende Diskographie. (2026)






