Rezension
Zeichneten sich die Alben der gefeierten "Djesse"-Tetralogie (jeder Teil in mindestens einer Kategorie Grammy-prämiert) auch durch ihre Stilvielfalt aus, so hat der britische Songwriter nun mehrere Gänge zurückgeschaltet: "The Light For Days" ist ein Folk-Album. Oder besser, ein akustisches Folk Pop-Album. Und nicht nur, daß man hier auch gut hört, daß Collier nicht nur ein begnadeter Sänger, sondern auch ein faszinierender Gitarrist ist – seine Trademark-Vokalharmonien kamen wohl noch nie so gut zur Geltung. Die Beach Boys sind nie weit weg; Collier covert sie sogar (fünf der elf Songs sind keine Originale, sondern ausgesuchte Lieblingssongs) mit einer überirdisch schönen Version von "Keep An Eye On Summer". Selbst einen Beatles-Klassiker ("Norwegian Wood" mit phantastischem Akustik-Picking!) kann er vorübergehend zu seinem eigenen Song machen. Ein Künstler, den er hier nicht covert, an dessen Debüt man aber regelmäßig denkt, ist das erste Album eines Beinahe-Namensvetters: "The New Folk Sound Of Terry Callier". Schon allein wegen der angenehmen Weichheit beider Stimmen. Höhepunkt dieses mit etwa 36 Minuten zwar kurzem, dafür aber hochkonzentriertem Album ist der Schlußtrack "Something Heavy". Bislang vermutlich Colliers größter Song, und jetzt schon ein Klassiker. (2025)





