Rezension
Man sieht schon am Titel, daß der Heartbreakers-Pianist hier einen anderen Tonfall anschlägt als bei seinem 2014er Solodebüt „You Should Be So Lucky“. Das war eine gut gelaunte, entspannte Angelegenheit – und bei aller Klasse eindeutig ein Nebenprojekt. Dies hier ist wesentlich ernsthafter, nachdenklicher gehalten – und zeigt einen Songwriter, der sich viel zu lange hinter seinem 2017 verstorbenen Bandleader versteckt hat. Nicht alle Songs sind dabei von dunkler Färbung – gelegentlich gibt es auch ein Gegengewicht wie den klassischen Rock’n’Roll von „Rattle“. Man gewinnt unterm Strich den Eindruck, als hätte der Mann auch solo durchaus Karriere machen können; zwischen den Pianisten-Sängern Elton John und Billy Joel wäre ja durchaus noch Platz gewesen. Tench ist 71, noch hat er etwas Zeit für eine eindrucksvolle eigene Diskographie. Dies hier ist schon mal sehr stark. (2025)