Rezension
Selten hat Damon Albarn die Spielwiese und absolute künstlerische Freiheit, die eine virtuelle Cartoon-Band bietet, so hemmungslos ausgenutzt. 2-D, Murdoc, Russel und Noodle sind auf dem Indien-Trip, und sie haben eine Menge erstklassige Musiker auf ihrer Reise kennengelernt – die nun alle mitmachen auf "The Mountain"; Anoushka Shankar ist nur eine von ihnen. Weitere Gäste sind etwa Johnny Marr, die Mael-Brüder (also Sparks), die komplette Band Idles, The Roots-Mastermind Black Thought und der syrische Dabke-Star Omar Souleyman. Und dann sind da noch die Stimmen aus dem Jenseits, Kollaborateure auf früheren Gorillaz-Alben, von denen es in Albarns Archiv noch nicht verwendete Aufnahmen gab, um die es natürlich ewig schade wäre: Nicht wundern also über die Stimmen von etwa Mark E. Smith, Trugoy von De La Soul, Dennis Hopper, Tony Allen oder Bobby Womack: Keine KI, die sind echt. Bei so viel unterschiedlichem Input nicht den Überblick zu verlieren, ist allein schon eine Leistung; damit ein Album zu gestalten, das bei aller kaleidoskopischen Weirdness eben doch geschlossen wirkt und einen großartigen Pop-Moment nach dem anderen enthält, grenzt an Wunder. Nicht, daß sich Albarn je einen Fehltritt erlaubt hätte, aber dieses Gorillaz-Album ist sicherlich das beste seit "Plastic Beach" (2010), mindestens! (2026)






