Rezension
Nichts weniger als der definitive moderne Rachmaninoff-Zyklus wurde erwartet, als Hyperion diese Neuaufnahme mit dem britischen Klavier-Genie Stephen Hough ankündigte – und man bekam ihn. So hoch die Erwartungen auch gewesen sein mögen, sie wurden erfüllt. Mit einer durchdachten, dramaturgisch perfekten und selbstredend technisch makellosen Gesamtaufnahme, die legendären Einspielungen von Martha Argerich über Vladimir Horowitz bis Earl Wild souverän die Stirn bieten kann. Die Basis für Houghs und Dirigent Andrew Littons Werkauffassungen sind hörbar die eigenen Aufnahmen des Komponisten. Entsprechend straff sind die Tempi – doch Sergej Rachmaninoff spielte seine Konzerte nicht nur schnell, er gestaltete sie auch höchst dramatisch; von den klanglichen Mängeln jener historischen Aufnahmen abgesehen zählen seine eigenen Interpretationen immer noch zu den spannendsten. Stephen Hough allerdings ist nicht weit davon weg, wenn überhaupt – und in einzelnen Momenten ist er vielleicht sogar noch intensiver (hören Sie den Schlußsatz des ersten Konzertes). Und auch, wer diese Schlachtschiffe des Konzertrepertoires meint schon mindestens einmal zu oft gehört zu haben, wird hier mit Sicherheit neue Aspekte und Details finden. Gekrönt wird diese Gesamtaufnahme noch mit einer stupenden Performance der "Paganini-Rhapsodie", die den Erwerb schon alleine rechtfertigt! Zu Recht mehrfach ausgezeichnet, u.a. mit einem Gramophone Award und dem Kritikerpreis der Brit Awards. (2004/2026)






