Rezension
Unzählige Mythen ranken sich um diese Blues-Legende, bürgerlich Aleck Rice Miller (und selbst das ist so wenig gesichert wie sein Geburtsjahr – irgendwann zwischen 1897 und 1912). Fest steht, daß das Mundharmonika-Genie in seiner etwa 40jährigen Karriere sowohl mit den großen Pionieren (Robert Johnson!) gespielt hat wie mit den weißen Erben dieser Musik: Clapton, Page, Robbie Robertson; seine populärste LP ist die Liveaufnahme mit den Yardbirds aus dem Jahre 1963. Der Einfluß, den er dabei auf diese die Rockmusik prägende Musikergeneration genommen hat, ist kaum abzuschätzen. Seine wohl besten Aufnahmen entstanden gegen Ende seines Lebens für Chess Records, in Albumform wurden sie erst nach seinem Tod veröffentlicht. So ist "The Real Folk Blues" denn auch nicht das Ergebnis einer Session, sondern eine Zusammenstellung von Aufnahmen aus den Jahren 1958 bis 1964. 10 der 12 Songs sind Williamson-Originale, alles längst Bestandteile des großen Blues-Kanons, hier in den Originalversionen zu erleben. Und ein Erlebnis war es immer, wenn Sonny Boy Williamson ans Mikro trat. Nicht, daß er unbedingt eins gebraucht hätte… – Matthew Lutthans masterte diese HQ-Ausgabe. (1965/2026)






