Rezension
Der Tastenmann der Porcaro-Familie ist möglicherweise auch deren begabtester Songwriter. Sein erst zweites Soloalbum (der Mann hat bekanntermaßen einen recht dichten Terminkalender als einer der meistgebuchten Session-Keyboarder der Welt) legt das jedenfalls nahe. Ein Pop-Meisterstück vom ersten bis zum letzten Song, bei dem man nicht nur einmal an Steely Dan denken wird, der perfekten Produktion wegen ebenso wie aufgrund der Jazz-Anteile. Es gibt sogar eine personelle Überschneidung: Michael McDonald, der den 2009 eigentlich für Michael Jackson geschriebenen Song "Change" singt, hatte ja in den 70ern für die Herren Becker und Fagen regelmäßig Background-Vocals beigesteuert. So exzellent sein Gastauftritt hier ist: die meisten Songs singt Porcaro selbst, und das ganz hervorragend. Die Gästeliste ist natürlich beeindruckend, kaum jemand hat vermutlich bessere Kontakte. Allein die beteiligten Bassisten: Marcus Miller, Tim Lefebvre, Hellmut Hattler und Leland Sklar…! Dennoch, dies ist vor allem eine Solo-Leistung, schließlich schrieb Porcaro nicht nur die Songs, sondern arrangierte und produzierte auch, und das Ergebnis muß sich hinter den besten Toto-Alben wirklich nicht verstecken. Wäre erfreulich, wenn sich hieran noch eine späte Solo-Diskographie anschließen würde: Im Classic Rock-Sektor hat man schon länger nichts von solcher Qualität gehört… (2026)






