Rezension
Der Nachfolger des zauberhaften Cooking Vinyl-Labeldebüts "The Pendulum Swing", das ihr reihenweise Vergleiche mit den Königinnen des britischen Folk Rock (Sandy Denny, Jacqui McShee, Karen Dalton, Vashti Bunyan) einbrachte, bedeutet für die Sängerin und Songwriterin einen großen und befreienden Schritt nach vorne. Denn eigentlich fühlt Katherine Priddy sich weder dem Folk- noch irgendeinem anderen Genre wirklich zugehörig. So fallen hier denn auch schnell die vielfältigen Arrangements auf. Bei deren Ausarbeitung ließ sich von Produzent Rob Ellis (PJ Harvey, Bat For Lashes, Anna Calvi – wie sich zeigt, paßt Priddy durchaus in diese Reihe!) und Multiinstrumentalist Ben Christophers unterstützen; ein offensichtlich hervorragend zusammenarbeitendes Team – denn die Ergebnisse passen stets wie maßgeschneidert zum jeweiligen Song. Man traut sich kaum, den Klangcharakter als "muskulöser" oder "üppiger" zu bezeichnen, denn das entspricht zwar faktisch der Wahrheit, fühlt sich aber nicht so an: Priddys Songs sind immer noch fein gesponnene Konstrukte aus einer besseren Welt. Auch wenn in ihren Texten die verschiedensten Emotionen brodeln, von Ärger und Verzweiflung über Sehnsucht und Hoffnung bis Lust. Abermals ein Großwerk! (2026)




