Rezension
Zwar gibt es durchaus hochvirtuose Soli sowohl vom dienstältesten (50 Jahre) Mitglied John Etheridge als auch von Saxophonist, Flötist und Keyboarder Theo Travis (der sechs der 13 Stücke schrieb), dem zum letzten Album "Other Doors" eingestiegenen Bassisten Fred Baker und dem phantastischen neuen Drummer Asaf Sirkis (beileibe ja kein Unbekannter), auch gibt es reichlich freie Improvisation, teilweise mit eruptiver Energie – und doch würde man behaupten, man habe diese Band kaum jemals so laid back gehört, denn bei allen avantgardistischen Tendenzen kann man das seit "Seven" (1976) erste nach seiner Ordnungszahl benannte Soft Machine-Album nicht als anstrengend bezeichnen. Und wenn es doch mal wild wird wie in "Seven Hours", folgt auch sogleich ein Entspannungsbad wie den berührenden Gruß an Ur-Mitglied Robert Wyatt, "Waltz For Robert". Derartige Momente von bemerkenswerter Ruhe und Schönheit gibt es noch etliche mehr, und am Ende steht eine Hommage an eine weitere Canterbury-Legende: Daevid Allens Gitarre ist in "Daevid's Special Cuppa" zu hören, aufgenommen vor vielen Jahren, als Travis zur Gong-Besetzung gehört hatte. Ein schönes Schlußwort für ein Album, das weiterhin Entwicklung und Neugier demonstriert – ganz wie Allens Band, die auch nach seinem Tod bekanntlich exzellente Alben aufnimmt! (2026)






