Rezension
Das in Zürich ansässige Quintett um Sängerin Jorina Stamm behält auch mit dem zweiten Album eine Sonderstellung. US-Kolleginnen wie Sharon Van Etten oder Big Thiefs Adrianne Lenker sind sicherlich verwandt, man wird aber auch immer mal wieder an die britische, vor allem schottische Indie Pop-Szene der 90er denken. Wobei "Throw The Dice" nicht nur vom Songwriting her, sondern auch in bezug auf die Produktion absolut nach Gegenwart klingt; dafür sind nicht zuletzt der kalifornische Toningenieur Sean Cook und Mixer Craig Silvey (sonst etwa für Arcade Fire oder Florence + The Machine tätig) verantwortlich. Die oft sehr persönlichen, privaten Texte und der leicht melancholische Tonfall bei maximalem Pop-Appeal öffnet dann wieder eine Tür, die direkt zu Fleetwood Macs Meisterwerk "Rumours" führt. Dessen Klassiker-Status wird dieses Album vermutlich nicht erreichen, ein beeindruckend starkes zweites Album ist es aber allemal – internationale Konkurrenz, die es ernsthaft fürchten müßte, gibt es kaum. (2026)






