Charles Mingus

Tonight At Noon

Label/AN:  Speakers Corner / Atlantic, SD1416
Format:  LP 180g

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Rezension

1964 stellte Atlantic-Produzent Joel Dorn aus Archivtracks, genauer zwei Nummern aus den Sessions zum 1957er "The Clown" und drei weiteren aus den Aufnahmen zu "Oh Yeah" (1961), ein Album zusammen, das man selbst beim bösesten Willen nicht als "Resteverwertung" bezeichnen kann. Richtiger ist wohl, daß man bei den Aufnahmen, insbesondere jenen vom März 1957, die Zeit für noch nicht reif für solche Musik gehalten hatte, und noch heute kann man nur staunen darüber, wie weit sich das Quintett mit den Bläsern Shafi Hadi (damals noch Curtis Porter; Altsaxophon) und Jimmy Knepper (Posaune), Pianist Wade Legge und Drummer Dannie Richmond von der Bop-Gegenwart entfernte und Jahre in die Zukunft des Jazz blickte. Nicht ganz so visionär (gemessen nur am Aufnahmejahr!), aber immer noch sehr weit vorne (weswegen man tatsächlich nie das Gefühl von Stückwerk bekommt: Dorn gelang es, ein Album aus einem Guß zu schaffen) sind die drei "Oh Yeah"-Outtakes. Knepper und Richmond sind auch hier Teil der Band, die Bläser sind diesmal Roland Kirk und Booker Ervin; Mingus spielt Klavier und überließ den Bass Doug Watkins. Ganz besondere Höhepunkte sind "Old Blues For Walt's Torin" (das zu Recht auch als "Roland Kirk's Message" bekannt ist) und die Schlußnummer "Passions Of A Woman Loved", ein zehnminütiges Stimmungsbild zwischen Ellingtonia und Free Jazz! – Unglaublich, aber wahr: Dies ist die erste HQ-Ausgabe dieses Klassikers! (1964/2025)

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