Rezension
Daß es sich bei dem Serben um einen erstklassigen Pianisten handelte, konnte man auch seinen Aufnahmen aus dem Unterhaltungssektor anhören; erst recht jenen mit der Kurt Edelhagen-Big Band. Was allerdings wirklich in ihm steckte, erfährt man bedauerlicherweise nur auf sehr wenigen LPs. Auf seinem einzigen MPS-Album (heute eine der gesuchtesten und teuersten LPs aus jenem Katalog) ist sozusagen die Rhythmusgruppe der Edelhagen-Band zu hören – und das sagt absolut nichts über die Musik hier aus. Denn was Rokovic (der einen Steinway und ein Rhodes-Piano spielt, oft gleichzeitig), Bassist Peter Trunk (den man immerhin als Albert Mangelsdorff-Mitspieler auch aus anderem Kontext kennt) und der US-Drummer Tony Inzalaco hier präsentierten, war ein ganz eigener Avantgarde Jazz-Entwurf zwischen den Stühlen. Fusion, World- und Deep Jazz spielen in dieser klangfarbenstarken, höchst emotionalen Musik wichtige Rollen, einem Subgenre eindeutig zuzuordnen ist das Album nicht. Und in den über 50 Jahren seit seiner Aufnahme scheint es kaum gealtert zu sein. Die Neuausgabe im Rahmen der AAA-Reihe sollte man jedenfalls nicht verpassen. (1972/2026)






