Rezension
Mit Steve Cropper starb im Dezember 2025 84jährig der vermutlich wichtigste Architekt des klassischen Southern Soul – und, das darf auch nicht vergessen werden, einer der besten elektrischen Gitarristen der Rockgeschichte (das Mojo-Magazin kürte ihn 1996 gar zum besten): Zwar gab und gibt es sicherlich größere Virtuosen am Gitarrenhals, aber jemanden zu finden, der Cropper in Sachen Timing, Feeling und spielerischer Ökonomie das Wasser reichen könnte, dürfte schwierig werden. Ein überragender Songwriter war er obendrein. Dieses letzte Album hatte er noch fertigstellen können; Tage vor seinem Tod konnte Multiinstrumentalist und Kern seiner Midnight Hour-Band Jon Tiven ihm zu seiner großen Freude die fertige Abmischung ans Krankenbett bringen. Es sind einige sehr große Namen als Gäste dabei: Clapton, Brian May, Billy Gibbons und Ron Wood (das gemeinsame "Until Now" ist eines der Highlights hier), aber die Stars sind Cropper und seine perfekt eingespielte Band. Stars ohne eine Spur von Allüren freilich: Zum letzten Mal wird man Zeuge davon, wie Cropper sich nie in den Vordergrund spielt, jede seiner Noten einzig und allein dem Song dient. Ein wahrhaft großer Musiker. Vorbild für viele wird er noch lange bleiben. – Blau-rotes "swirl" Vinyl. (2026)




