Rezension
Die als Domitille Degalle in Frankreich geborene Keyboarderin und der texanische Drummer wurden mit ihrem Fusion-Update bereits zu Stars, bevor das (frenetisch gefeierte) Debüt "Not Tight" 2022 erschien. Thundercat und Anderson .Paak sind ebenso Fans wie Herbie Hancock und Kurt Rosenwinkel, alle vier wirkten an jenem Album mit, auf dem außerdem die Hip Hop-Legenden Busta Rhymes und Snoop Dogg gastierten. Nicht einfach, auf so einen Einstand etwas draufzusetzen. "Who Asked" jedoch klingt, bei aller Komplexität der wahrlich vielschichtigen Arrangements, als hätten die beiden das nicht wirklich als Problem betrachtet. Dabei verzichteten sie diesmal komplett auf Gaststars, die Namen der beteiligten Musiker dürften kaum jemandem geläufig sein. Es sind fast alles Bläser – die typischen Jazz-Instrumente Saxophon, Trompete oder Posaune findet man allerdings nicht. Stattdessen bereichern Horn, Fagott, Oboe, Klarinette und Flöte (den Namen der Flötistin Sierra Schmelzer sollte man sich mal merken) mit ihren spezifischen Klangfarben das schwindelerregende Sound-Universum des Duos. Welches seinerseits nicht nur an seinen Instrumenten tätig ist, sondern auch mit sehr bemerkenswertem zweistimmigem Gesang begeistert, bei ausgesprochen verschlungenen Melodielinien. Bis man einen Namen für diese Musik gefunden hat, wird es wohl noch dauern: Hier findet definitiv etwas Neues statt. Stilbildend, grundlegend. – Transparent olivgrünes Vinyl. (2026)




