Rezension
"12 Songs", das erste von Rick Rubin produzierte Neil Diamond-Album, war eine der größten musikalischen Überraschungen des Jahres 2005 und der Beginn eines starken Alterswerks, mit dem wohl auch die glühendsten Fans kaum noch gerechnet hatten. Der Nachfolger "Home Before Dark" (2008), ebenfalls Rubin-produziert, war vielleicht sogar das (knapp) noch stärkere Album. Aus den Sessions zu jenem waren eine Menge Songs übriggeblieben – alles andere als Ausschuß, wie sich nun zeigt, denn der 2018 an Parkinson erkrankte Sänger hat nun ein Album daraus gemacht, das wahrscheinlich auch ein Vermächtnis ist. Der Tonfall ist nachdenklich, die Arrangements (zur Erinnerung: es spielen Koryphäen wie Mike Campbell, Benmont Tench, Smokey Hormel und Matt Sweeney) sparsam, bis hin zu dem fast a capella gesungenen (es gibt nur eine minimalistische Orgel-Begleitung) "The Secret You". Natürlich gibt es auch ein paar Liebeslieder, es ist ja ein Neil Diamond-Album. "You Still Look Good To Me" ist eines der rührendsten und schönsten unter den unzähligen, die er gesungen hat. (2026, rec. 2008)






