Franz Schubert

Willkommen und Abschied

Weitere Interpreten:  Werner Güra, Tenor / Christoph Berner, Fortepiano
Label/AN:  Harmonia Mundi, HMX902112
Format:  CD

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Rezension

Wer Werner Güra hört, fühlt sich an die Glanzzeit lyrischer Tenöre erinnert, an Stimmzauberer wie Tauber oder Gigli. Wobei sich der in der Oper (Ensemblemitglied der Semperoper seit 1995) wie im Kunstlied gleichermaßen heimische Sänger auch in Sachen intellektueller Durchdringung des Textes (musikalisch wie sprachlich) selbst hinter dem unantastbaren Fischer-Dieskau nicht verstecken muß, nur fließt das bei ihm ohne jeden inneren Widerspruch mit eben jenem romantischen Ausdruck, jener Wehmut zusammen, die sowohl eine Puccini-Arie (die es leider noch nicht von ihm gibt) wie ein Schubert-Lied benötigt, um wirklich lebendig zu werden. Hier finden sich gleich 19 von letzteren; sehr bekannte (“Heidenröslein”, “Der Wanderer”, “Ganymed”, “Wandrers Nachtlied”) ebenso wie nicht ganz so oft gehörte, und jedes einzelne wird hier zu einem Höhepunkt der Lied-Interpretation. Der romantische Geist, das Sehnen: Kaum jemand in unserer Zeit kann das so glaubwürdig, lebendig und vor allem gänzlich frei von Kitsch oder jeder Art von Maniriertheit an den Hörer vermitteln. Ergreifend, im Wortsinne. Fabelhaft auch die Begleitung Christoph Berners, der schon seit Jahren mit Güra zusammenarbeitet und dessen feinsinnige Gestaltung der anspruchsvollen Klavierparts mit dem weichen, doch strahlenden Tenor stets aufs Wundervollste harmoniert. “Eine CD für die einsame Insel”, so beendete Christoph Zimmermann seine Fünf-Sterne Rezension im Fono Forum, die uns auf diese Perle aufmerksam machte. Da das liebevoll verpackte und mit umfangreichem Booklet versehene Scheibchen für alubedampftes  Acryl auch noch aufsehenerregend gut klingt, müssen wir das erstens uneingeschränkt unterstützen und zweitens weitertragen: Dieses Hörerlebnis sollte man sich keinesfalls entgehen lassen! (2012)