Rezension
Auch auf ihrem dritten Album für das britische Edition-Label erweitert die US-Sängerin ihr musikalische Vokabular – das wird spätestens mit dem zweiten Track "Never Come Down" deutlich, eine herrliche Groove-Nummer mit einem Traum-Rhythmusgespann aus ihrem Ehemann Mark Guiliana und Meshell Ndegeocello! "Advanced R'n'B" könnte man das wohl nennen. Das ist natürlich längst nicht alles; die stilistische Vielfalt wird durch die verschiedenen Gäste gespiegelt: Bassist und Sänger Alan Hampton ist auf fast allen Tracks dabei (er ist auch Koproduzent des Albums), dann sind da Becca Stevens und Moonchild-Sängerin Amber Navran (Duett-Partnerin im Titelsong); auf drei Tracks ist Robert Glasper Parlatos Partner! Da kann man sich denken, daß der Jazzbegriff mindestens gedehnt wird. Wenn man dann noch Songs von Stevie Wonder oder Tears For Fears entdeckt, sowieso. Und ja, das Album ist Pop-nah, enthält reichlich Einflüsse aus der Neo Soul- und der Clubszene, außerdem immer wieder brasilianische und andere Latin-Anteile. Einer Verwässerung kommt dies aber sicherlich nicht gleich, neben den phantastischen beteiligten Musikern bürgt da Parlatos Gesangsperformance für. Treffend wurde es auf der niederländischen Review-Plattform Jazz in Europe formuliert: "A real musical breath of fresh air". Exakt so fühlt es sich an! (2026)




