Rezension
Mit "Good As I Been To You" war Dylan urplötzlich zu den ganz frühen Wurzeln zurückgekehrt – im Grunde sogar noch davor, denn er spielte keine eigenen Songs, sondern ausschließlich ausgesuchte Perlen aus dem großen Kanon amerikanischer Folk-Tradition. Noch stärker war der Nachfolger: Auf "World Gone Wrong" sang der Meister großartige Songs seiner eigenen Vorbilder, von Tom Paley etwa oder dem großen Blind Willie McTell, dem er ja selbst ein Song-Denkmal gesetzt hatte. Eingespielt im Alleingang – Gitarre, Harmonika und Gesang: Bob Dylan. Gesanglich beginnt mit den beiden Akustik-LPs das Spätwerk: Die Stimme wird immer mehr zu einer Art Raunzen, was den uralten Songs freilich gut ansteht: Die Originalinterpreten hatten schließlich auch keine Gesangsschule absolviert. Wobei beim großen Song-Gestalter Dylan der Effekt sicher kein zufälliger war. (1993/2026)






