Rezension
Nein, man hört nicht, wie schlecht es um ihn stand. Die Aufnahmen zu diesem letzten Album fanden in Paris statt, Anfang März 1959; Prez hatte gerade eine verkürzte Tournee hinter sich, als er mit seiner Band aus Drummer Kenny Clarke, Gitarrist Jimmy Gourley, Bassist Jamil Nasser und dem französischen Pianisten René Urtreger ins Barclay-Studio ging. Und es war noch einmal eine wunderbare Session, auf dem das ökonomische, entspannte Spiel des späten Young ein letztes Mal voll erblühte. Obwohl der Saxophonist seit Wochen so gut wie nichts gegessen hatte und nur noch ungebremst soff. Zwei Wochen später, gerade eben nach New York zurückgekehrt, hatte er sich zu Tode getrunken. Ein so überflüssiges wie unwürdiges Ende für einen der Größten des Jazz, dessen letzte Botschaft an seine Freunde endlich wieder in ihrer ursprünglichen Form zu haben ist: Als liebevolle Faksimile-Reissue, vom Original-Master geschnitten. (1959/2022)