Rezension
Dem Japaner, der 1970 das San Francisco-Orchester übernommen hatte und reichlich Flower Power in den Klassikbetrieb brachte, gelang 1975 eine bei all der übermächtigen Konkurrenz gerne übersehene Aufnahme der "Neuen Welt". Wer in dem Werk vor allem "böhmische Seele" sucht, wird sicherlich andernorts eher fündig, bei Dirigenten vornehmlich, die Dvoráks Kulturkreis entweder direkt entstammten oder ihm zumindest deutlich näherstanden. Ozawa (der sich damals auch weit mehr für die Musik des 20. Jahrhunderts interessierte) näherte sich sozusagen von außen und präsentierte eine ungewohnt analytische Interpretation mit viel Gewicht auf klanglichen Details. Insbesondere das sehr feinsinnige Largo und, als extremer Kontrast, der höchst dynamische Finalsatz faszinieren – in Rainer Maillards Stereo-Neuabmischung der ursprünglichen Quadrophonie-Bänder sicherlich mehr denn je! (1975/2026)






