Rezension
Emma Ruth Rundle darf man getrost als Ausnahmekünstlerin betrachten: Unter ihren Fans finden sich Folkies, Goths, Metalheads und Post Rock-Jünger; ihre Alben sind entsprechend unvorhersehbar. Nach dem schon fast verstörende intimen "Engine Of Hell" ist Rundle nun wieder im Kontext einer Band zu hören. Das Album ist dem Titel entsprechend ein Kommentar zur Zeit, kein besonders freundlicher, die Songs kreisen etwa um den neuen Aufstieg solch häßlicher, überwunden geglaubter Erscheinungen wie Faschismus und Mysogynie. Der Tonfall ist keineswegs durchgehend laut und wütend, oft hält Rundle die Spannung bewußt qualvoll lange unterhalb der Ausbruchsschwelle. Leise Akustikpassagen gib es auch, sie sind aber kein Raum der Erholung, sondern sind eher dunkel, unheimlich, wie ein stiller schwarzer See mit gefährlichen Unterströmungen. Wer Verwandtschaften sucht, wird sicher bei den Throwing Muses oder PJ Harvey fündig; Rundle kommt aber wie immer auch ganz gut ohne Vergleiche aus… (2026)






