Rezension
So etwas wie Originalklang lag in der Zeit (1917-1931), als Ottorino Respighi diese drei Orchestersuiten (die dritte nur für Streicher) auf Basis von Lautenmusik aus Renaissance und Barock schrieb, noch in weiter Ferne. Aber Kompinisten wie Respighi, die in dieser Ära ein Interesse für die sogenannte Alte Musik entwickelten (er komponierte auch Werke in alten Kirchentonarten), brachten fraglos den Stein ins Rollen. Respighi präsentierte sich hier nicht als Schöpfer von Orchester-Spektakeln wie in seiner berühmten "Römischen Trilogie", sondern als bemerkenswert subtiler Arrangeur, der den schlanken Charakter der Originalwerke zu bewahren sucht, dabei aber auf den üppigen Farbkasten, den ihm das Symphonieorchester bietet, nicht verzichtet. Seiji Ozawas Bostoner Aufnahmen aller drei Suiten (entstanden zwischen Oktober 1975 und April 1978, erst dann zu einem Album zusammengefaßt) hat seither zwar noch einige Konkurrenz bekommen, gehört aber immer noch zur Referenzklasse. Schon Originalpressungen klingen ausgezeichnet; in Rainer Maillards Neuabmischung von den ursprünglichen Acht-Spur-Bändern sollte sie mit Antal Doratis legendärer 1958er Mercury-Aufnahme mindestens gleichziehen! (1979/2026)





