Rezension
Auch die 27. Veröffentlichung des (gemeinsam mit A Tribe Called Quest-Urmitglied Ali Shaheed Muhammad gegründeten) Herzblut-Labelprojektes von Produzent und Multiinstrumentalist Adrian Younge ist wieder dessen besonderer Liebe zur Musik Brasiliens gewidmet. Die Vorgeschichte ist, leider, tragisch: Younge hatte die große Sängerin Joyce und ihren Ehemann, Schlagzeuger Tutty Moreno, eingeladen, gemeinsam mit Bossa-Urgestein João Donato ein Konzert in Los Angeles zu geben, doch bei den ersten Proben wurde die Klavier-Legende krank – er starb kurze Zeit später im Alter von 88 Jahren. Das Konzert fand, ihm zu Ehren, dennoch statt – und war vermutlich eines der intensivsten, berührendsten Konzerte mit brasilianischer Musik auf amerikanischem Boden der letzten sieben Jahrzehnte. Im Anschluß lud Younge das Ehepaar noch in sein Linear Labs-Studio, wo nicht nur exzellente Mitmusiker wie Pianist Bryan Valesco oder Perkussionist Gibi dos Santos zugegen waren: Younge hatte auch ein kleines Studio-Orchester organisiert, das unter seinem Dirigat dezente Streicher- und Bläsersätze beisteuerte. Die Stimmung im Studio war (wie üblich bei JID-Produktionen) höchst inspiriert, und die Leichtigkeit in Joyces Stimme straft ihr Alter Lügen (76 war sie bei der Aufnahme). Die Old School-Arrangements mit Rhodes-Piano, B-3 und/oder Vibraphon machen dies nicht nur zu einem besonderen Glanzlicht im stetig wachsenden Katalog des sammelnswerten Labels, sondern auch zu einer der schönsten Brasil-Veröffentlichungen der letzten Jahre! (2026)






