Daniel Hope

America

Weitere Interpreten:  Zürcher Kammerorchester / Marcus Roberts Trio / Joy Denalane
Label/AN:  Deutsche Grammophon, 4862153
Format:  2 LP 180g

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Rezension

Begegnungen von Klassik und Jazz sind heute zwar nicht mehr so ungewöhnlich, aber nur selten funktionieren sie so gut wie hier! Der Violinist, bekannt geworden einst als letzter Geiger des ehrwürdigen Beaux Art Trios, seit einigen Jahren Leiter des Zürcher Kammerorchesters, findet den perfekten Ton für die Musik Gershwins und Leonard Bernsteins, von denen der größte Teil des hier zu hörenden Programms stammt und deren Musik für ein solches Projekt natürlich auch das ideale Repertoire darstellt. Um sein Orchester swingen zu lassen, holte Hope sich berufene Hilfe, nämlich das Trio von US-Pianist Marcus Roberts, bekannt aus der Band von Wynton Marsalis und langjähriger Leiter des Lincoln Center Jazz Orchestra. Die Symbiose funktioniert perfekt, in der wundervoll für Violine arrangierten “Gershwin Suite” ebenso wie in der herrlichen “West Side Story”-Bearbeitung und der abschließenden Suite aus verschiedenen Songs des Great American Songbook. Zwischendrin gibt es dann auch noch den einen oder anderen Song aus der Prä-Jazz-Ära – und einen phantastischen Gastauftritt der Berliner Soulsängerin Joy Denalane in “A Change Is Gonna Come”. Was auch die gar nicht heimliche Botschaft dieses großartigen Albums unterstreicht, denn der Teilzeit-Amerikaner Hope (durch seine Arbeit mit dem New Century Chamber Orchestra in San Francisco) sieht die Gräben in der amerikanischen Gesellschaft mit großer Sorge. Sein “America” ist eines der Brücken und Gemeinsamkeiten. (2022)