Rezension
Album Nummer 2 in Anne-Sophie Mutters "ASM Forte Forward"-Reihe mit großenteils Ersteinspielungen von für sie geschriebenen Werken ist amerikanischen Komponisten gewidmet. Wobei ihr Ex-Ehemann (2002-2006, die Freundschaft überlebte die Ehe) André Previn klar im Fokus steht, mit zwei der drei vorgestellten Werke. Den Anfang macht Previns zweites Violinkonzert, uraufgeführt 2012, ein dem Anschein nach verspieltes Werk, reich an Melodien, hier jazznah, dort geradezu romantisch verträumt, aber höchst anspruchsvoll für den Solisten! Interessant ist auch die Idee, die drei Sätze des sonst ausschließlich für Streicher gesetzten Werkes jeweils mit einem Zwischenspiel zu verbinden – auf dem Cembalo! Knut Johannessen hat hörbar Freude an diesem ungewöhnlichen Einsatz. Die zweite Previn-Komposition ist ein Klaviertrio (mit Mutters bewährtem Partner Lambert Orkis und Cellist Daniel Müller-Schott). Auch dieses erstmals 2009 aufgeführte Werk trägt die eindeutige Handschrift Previns: Eine Art amerikanisch gefärbte Klassische Moderne, und vor allem die ersten beiden Sätze sind geradezu unwiderstehlich "charming"! Dazwischen liegt ein kurzes dreisätziges Werk des 1959 geborenen Sebastian Currier, gesetzt für Violine und Cello; Mutter duettiert mit Roman Patkoló, Stipendiat ihrer Stiftung. Das Stück ist die überfällige Reaktion auf klingelnde Mobiltelefone im Konzertsaal: "Ringtone Variations"! In alten Zeiten imitierten Virtuosen ja gerne Vogelstimmen, diese moderne Variante ist aber nicht weniger unterhaltsam – und für beide Musiker eine technische Herausforderung! Merke: Mit Mutters Violinton genießt man sogar Klingeltöne… (2026)






