Rezension
In jeder Hinsicht ein Ausnahmealbum. Denn von dem, was man unter dem ECM-Sound der 70er versteht, ist es ziemlich weit weg; eher verwandt mit der britischen Avantgarde-Szene der Ära. Wobei nur ein Musiker von der Insel dabei ist: Bassist Dave Holland. Ansonsten hatte der polnische Trompeter seinen Landsmann Tomasz Szukalski an Tenor- und Sopransaxophon sowie den finnischen Avantgarde-Drummer Edward Vesala eingeladen. Das Quartett kreiert einen Free Jazz, der sich deutlich zugänglicher gibt als die radikalen Schulen der Zeit, was vor allem an Hollands erdendem Bass und am stets faszinierenden, dabei durchaus lenkenden Drumming Vesalas (man höre dazu insbesondere "Nenaliina"!) liegt. Mit dem Finnen verband Stanko eine bereits seit einigen Jahren andauernde enge Freundschaft; wie selbstverständlich die musikalische Kommunikation zwischen den beiden funktionierte, kann man hier nicht nur im Titeltrack des Albums hören – das Stankos Namen im Westen nicht nur überhaupt bekannt machte, sondern seinen Ruf als eines der großen Trompetentalente seiner Generation auch gleich zementierte! Spannend von der ersten bis zur letzten Note. (1976/2026)






