Rezension
Mit seiner Oud brachte Rabih Abou-Khalil sozusagen den Libanon auf die Jazz-Landkarte, und "Blue Camel" ist sein "Kind Of Blue". Besetzt – neben seinem Landsmann und langjährigen Partner Nabil Khaiat, dem Inder Ramesh Shotham und dem Puerto-Ricaner Milton Cardona an diversen Schlaginstrumenten – mit zwar etablierten Koryphäen des Planeten Jazz, doch mit einigen der wandlungsfähigsten: Kenny Wheeler, Charlie Mariano und Steve Swallow. Mit dieser erlesenen Mannschaft kreierte Abou-Khalil eine gänzlich neue Musik, zwar nicht ohne Vorläufer (Yusef Lateef muß da natürlich mindestens genannt werden), doch einzigartig. Immer wieder werden neue Brücken gebaut zwischen arabischer und südamerikanischer Musik und Jazz, mit Referenzen an Duke Ellington, Miles und Trane (und viele andere), ein Bauwerk eleganter und visionärer als das andere. Ein Album, in das man tief und lange eintauchen kann. – Die seit langem erste Vinylausgabe aus dem Jahre 2022 war erwartungsgemäß schnell vergriffen, nun folgt eine Neupressung auf blauem Vinyl. (1992/2025)




