Rezension
Was der Sänger hier mit neun wirklich sattsam bekannten Standards macht, ist schon beeindruckend. Jeff Cascaro nimmt sich eine Menge Freiheiten, und er hat haufenweise gute Ideen. Schon zu Beginn muß man mindestens zweimal hinhören: Doch, das ist wirklich "Take The A Train", aber so herrlich siebzigerjahre-soulig, daß Saxophonist Paul Heller vermutlich gar nicht anders konnte, als in seinem Solo "What's Going On" zu zitieren. Derartige Details gibt es reichlich, vor allem aber gibt es unfehlbares Timing und genialische Phrasierungskunst vom Bochumer, der sich hier einmal mehr als Ausnahmetalent an der Schnittstelle zwischen Jazz und Soul präsentiert – auf absolut internationalem Spitzenniveau. Und wer meint, daß die Deutschen im Grunde nicht grooven können, hat zwar meistens Recht, aber eben nicht immer. Was hier etwa in "New York, New York" geschieht, sollte als Gegenbeweis ausreichen. (2026)






