Rezension
Vielen Kritikern war Collins' erstes Album nach dem (vorläufig) offiziellen Ende von Genesis zu leichtgewichtig; richtig ist, daß die hellen Farben überwiegen – der Albumtitel weist ja schon darauf hin. "Dance Into The Light" ist das Album eines Menschen, der seine Lebenskrisen fürs erste hinter sich und Lust auf Leben hat. Dabei baute er seinen Trademark-Sound durchaus in verschiedene Richtungen aus: Deutliche Beatles-Elemente hier (am stärksten in "It's In Your Eyes"), andernorts afrikanische Rhythmik (während der vorangegangenen Tour hatte er viel afrikanische Musik gehört, insbesondere Youssou N'Dour) – da fällt einem natürlich gleich Paul Simon zu ein, und neben jenem hatte Collins offensichtlich auch die jüngeren Produktionen von Sting oder seinem einstigen Bandkollegen Peter Gabriel studiert. Wenn das Album ein Problem hat, dann dasselbe, welches viele 90er-Produktionen haben: Es ist zu lang (man wollte damals unbedingt die CD-Spielzeit nutzen). Auf 45 Minuten gekürzt, wäre Collins' fröhlicher World Pop-Entwurf wesentlich kurzweiliger. Und die überflüssige "The Times They Are A-Changin'"-Version wäre uns womöglich auch erspart geblieben. – Limitierte Sonderausgabe auf transparent-farbigem Vinyl; eine LP blau, eine orange. (1996/2026)






