Rezension
Wenn man's nicht wüßte, nie käme man auf den Gedanken, daß diese Band vom Schlagzeuger geführt wird. Denn Elvin Jones hält sich hier ganz vornehm im Hiltergrund und überläßt die Bühne dem Saxophonisten, mit dem er sich für dieses dem Freund John Coltrane gewidmete Album zusammengetan hatte; Charlie Mariano! Der sich hier vor allem als großer Lyriker auf dem Altsaxophon zeigt – übrigens nicht nur in Balladen, auch in den Uptempo-Nummern ist sein Spiel auffällig weich, elastisch – und doch höchst expressiv dabei. In drei Stücken ist das Kerntrio (mit Bassist Richard Davis) allein zu hören, in jeweils drei weiteren sind entweder Roland Hanna oder Elvins Bruder Hank am Klavier zu hören. Jones selbst stellt sich zwar weder durch spektakuläre Soli noch als Komponist (keines der neun Stücke ist von ihm) heraus, aber: Welche Musikalität! Es lohnt sich durchaus, hier mal nur aufs Schlagzeug zu achten, auch wenn das bei Marianos wundervollem Spiel keine leichte Aufgabe ist. Sollte Pflichtprogramm in der Drummer-Ausbildung sein. Für jeden anderen Jazzfan ist diese viel zu wenig bekannte Sternstunde das aber eigentlich auch. – Mastering von Ryan K. Smith. (1965/2026)






