Rezension
Im Prinzip steht ja schon der gute Ruf des niederländischen Philips Classics-Nachfolgelabels dagegen, aber wer dennoch meint, mit den Schwestern Hina und Fiona Khuong-Huu (18 und 21) dem nächsten Klassik-Hype aufzusitzen, wird wohl nach wenigen Takten von Johan Halvorsens "Passacaglia für zwei Violinen" seine Meinung ändern. Denn was die in New York geborenen Geschwister (mit japanischen, vietnamesischen und französischen Wurzeln) auf ihrem Debüt demonstrieren, ist nicht nur beeindruckende Musikalität und (sowieso) makellose Technik – was den Hörer zutiefst beeindruckt, ist die Synchronität, das Zusammenspiel, das so aufeinander abgestimmt vielleicht nur Menschen gelingen kann, die schon im zarten Kindesalter gemeinsam Musik machten – und es liebten. Daß sie beide Geige spielen, macht die Repertoireauswahl nicht leicht; die Literatur für zwei Violinen ist recht überschaubar. Und ganz ohne Bearbeitungen geht es dann auf diesem Debüt auch nicht. Aber was hier in so selten gehörten Stücken wie besagter Komposition des Schweden Halvorsen, Moritz Moszkowskis Suite für zwei Violinen und Klavier, Miklós Rózsas Sonate für zwei Violinen oder auch der Miniatur "October Rose" der 1980 geborenen Komponistin Anna Clyne geschieht, ist schon sehr bemerkenswert. Wobei die Schwestern auch jede für sich ihren Platz unter den Spitzensolisten der Gegenwart beanspruchen, Fiona mit Eugène Ysaÿes "Poème élégiaque" und Hina mit Ravels "Tzigane" in der Fassung für Violine und Klavier. Man darf davon ausgehen, daß von beiden noch viel hören sein wird in naher Zukunft… (2025)





