Rezension
Dies ist in jener Ära wohl eine der ungewöhnlichsten Vivaldi-Aufnahmen. Denn wir hören hier kein großes Symphonie-Orchester, das Vivaldi in der romantischen Tradition spielt, sondern ein gerade 13 Mann starkes Kammerensemble, sehr direkt aufgenommen und erstaunlich trocken klingend. Sowohl in Sachen Tempi wie Dynamik oder Tongebung wird man hier auf einige Überraschungen stoßen. Mit historischer Aufführungspraxis hat diese Interpretation zwar noch wenig gemein, als Schritt in die Richtung kann man sie aber schon bezeichnen. Das außergewöhnliche, dabei sehr präzise Klangbild ist dem legendären italienischen Tonmeister Sergio Marcotulli zu verdanken, der in späteren Jahren u.a. viel mit Ennio Morricone zusammenarbeitete; dies ist eine seiner ersten auf Schallplatte erschienenen Arbeiten. Deren Qualität auf 45 Touren (Mastering: Matthew Lutthans!) natürlich besonders gut zur Geltung kommt. (1960/2026)




