Rezension
Mit seinem letzten Album schlug der große Erneuerer, der den Jazz in den etwa viereinhalb Jahrzehnten seiner Karriere mindestens viermal revolutioniert hatte, noch einmal ein neues Kapitel auf und erfand ein Genre, das man bald darauf als Street Jazz bezeichnen sollte: Die Verschmelzung (eigentlich eine Rück-Kopplung) von Hip Hop und Jazz, genauer Bop (bei genauem Hören wird man feststellen, daß Davis sich hier im Grunde erstaunlich weit zurück in die Jazz-Vergangenheit bewegte). Davis starb, als erst sechs Albumtitel fertig waren; Projekt-Partner und Produzent Easy Mo Bee vollendete zwei weitere unter Verwendung von Trompetentracks, die aus den seinerzeit abgebrochenen Sessions des 1985er "Rubberband"-Projektes stammten. Derartiges war damals noch ziemlich unüblich und stieß manchem Kritiker sauer auf, doch nicht nur deshalb ist Miles' letztes Manifest bis heute eines seiner umstrittensten Alben. Was ihn selbst vermutlich zutiefst zufriedengestellt hätte… (1992/2026)






