Rezension
Der Albumtitel hat wirklich nichts mit Aktensortieren zu tun: Der Begriff "Filin" leitet sich von "Feeling" ab und bezeichnet einen in den späten 1940ern aufgekommenen, romantisch orientierten Musikstil aus Kuba. Für ihr schon lange projektiertes Balladenalbum kooperierte die chilenische Saxophonistin mit dem eine gute Generation älteren Pianisten Gonzalo Rubalcaba, der als Kubaner mit dem Filin-Repertoire bestens vertraut ist; begleitet werden die beiden behutsam von Peter Washington am Bass und Kush Abadey am Schlagzeug. In zwei Stücken tritt auch noch die wie immer fabelhafte Cécile McLorin Salvant als Gastsängerin auf. Selbstredend vollständig kitschfrei, wohl aber zutiefst romantisch – und eines der schönsten Mitternachtsjazz-Alben seit dem späten Ben Webster! Lohnend schon allein für die zutiefst berührende Interpretation von Hermeto Pascoals "Little Church"… (2026)




