Rezension
Daß eine afroamerikanische Band, die bei einer Veranstaltung gegen Polizeigewalt zusammenfand, in Zeiten von ICE kein unpolitisches Album macht, dürfte auf der Hand liegen. Erstaunlich aber ist, daß dieses fünfte Album des Free Jazz-Kollektivs weit weniger finster und aggressiv klingt, als man erwartet hätte: Da ist überraschend viel Licht – und jede Menge Funkiness! Wie Camae Ayewas (besser bekannt als Moor Mother) Dichtkunst mit der Musik zusammenfließt, begeistert immer wieder: Besser hat das alte Konzept "Jazz & Lyrik" vermutlich nie funktioniert. Besonders zwischen ihr und Trompeter Aquiles Navarro entstehen immer wieder großartige Dialoge. Doch nicht nur scheinen die Instrumente zu sprechen (auch das Saxophon von Keir Neuringer, etwa in "We Know"!), andersherum trägt Ayewas Vortrag auch ganz entscheidend zum einzigartigen Flow bei. Nach wie vor eine der wichtigsten und eigenwilligsten Formationen im zeitgenössischen Jazz! (2026)




