Rezension
[Text: Sieveking Sound]
Der US-amerikanische Musiker Eric Wells Alexander begann mit Klavier, Klarinette und (mit zwölf Jahren) Altsaxophon zu spielen, wechselte bei seinem Studium an der University of Indiana aber zum Tenorsaxophon und – nach klassischer Ausbildung – zum Jazz. Seine Studien setzte er am William Paterson College in New Jersey bei Joe Lovano, Rufus Reid und beim Pianisten Harold Mabern fort. 1991 wurde er, hinter Superstar Joshua Redman, Zweiter im Thelonious-Monk-Saxophon-Wettbewerb und machte im selben Jahr seine ersten Aufnahmen mit Charles Earland bei Muse Records. Heute gilt als einer der besten Tenorsaxophonisten seiner Generation und ist seit langem bei Venus Records mit zahlreichen Alben vertreten. Das Album „Gentle Ballads“ aus 2004, das Allmusic mit Coltranes Ballads-LP aus den frühen 60er-Jahren verglich, wurde so erfolgreich, dass gleich eine ganze Reihe mit wechselnden Besetzungen daraus wurde.
Die Quartett-Besetzung auf „Gentle Ballads V“ wird durch den großartigen George Cables (Klavier), Nat Reeves (Bass) und Joe Farnswarth (Schlagzeug) ergänzt. Auch im fünften Teil der Reihe weiß Eric Alexander zu begeistern. Sein markanter, kraftvoller Ton und seine unsentimentale Herangehensweise, kombiniert mit einer selbstgewissen Ruhe und starken Spiritualität, sorgen für eine beeindruckende Performance.
Venus Records wurde 1992 von Tetsuo Hara gegründet, der zuvor als Produzent für RCA Victor tätig war. Das Label verwendet für die limitierte Japan-SACD (DSD, Non-Hybrid) von „Gentle Ballads V“ einen speziellen Mastering-Prozess namens „Hyper Magnum Sound“, der einen sehr kraftvollen, präsenten Klang erzeugt und von Audiophilen weltweit sehr geschätzt wird.
Titel
1. The Thrill Is Gone
2. Tenderly
3. My One And Only Love
4. From This Moment On
5. The Shadow Of Your Smile
6. Nature Boy
7. Body And Soul
8. Violets For Your Furs
9. Dear Old Stockholm
10. The Summer Knows






