Rezension
Die Symphonie mit dem Beinamen "L'Impériale" war zu Lebzeiten des Komponisten dessen populärstes Orchesterwerk, was dem Andante-Satz geschuldet war – der erfuhr allein zwischen 1783 und 1820 über 30 Bearbeitungen für die verschiedensten Instrumentierungen. Der unwiderstehliche Charme dieser so einfach wirkenden Musik entfaltete sich auf Tonträger selten so wie in dieser Aufnahme: Man kommt kaum umhin, sich die Musiker mit einem seligen, entspannten Lächeln im Gesicht vorzustellen… Auch die in Anthony van Hobokens Werkverzeichnis nachfolgende, jedoch (wie man heute weiß) drei Jahre früher entstandene G-Dur-Symphonie hat ihren größten Schatz in der Mitte: Das Adagio ist nicht nur ungewöhnlicherweise deutlich länger als beide Ecksätze, es ist einer der schönsten und zartesten langsamen Sätze in Haydns symphonischem Schaffen, und die Subtilität, die Antoninis Basler Streicher bei seiner Gestaltung an den Tag legen, sollte auch steinerne Herzen schmelzen lassen. Beide Symphonien eint die festliche Stimmung ihrer Kopfsätze, die man auch in der C-Dur-Symphonie Nr. 33 wiederfindet – einer der am seltensten aufgeführten und eingespielten, auch das Entstehungsdatum (zwischen 1760 und '65) bleibt im Nebel der Geschichte. Wie üblich bei Antoninis Aufnahmen von Repertoire-Raritäten sind diese mit so viel Leben und Verve gefüllt, daß man sich über den Mangel an Popularität nur wundern kann… Das Finale der Nr. 53 verwendete Haydn noch einmal, in leicht veränderter Form, als Ouvertüre einer am esterhazischen Hofe aufgeführten Puppen-Oper: Es ist der stürmische Abschluß dieses abermals rundum (natürlich auch in klanglicher Hinsicht!) begeisternden Programms! (2023/2026)






