Rezension
Die vom seligen John Peel mit Recht über die Maßen geschätzte Sängerin hielt auch auf dem dritten Album ihr Niveau: "Humming…" ist eine countrymusikalische Perle. Mit den zeitgenössischen Nashville-Hühnchen hatte das nichts zu tun; mit der Gebrochenheit von Kolleginnen wie Lucinda Williams oder Mary Gauthier freilich auch nicht. Dieses Album ist nicht melancholisch, nicht sehr jedenfalls – sondern einfach sagenhaft schön. So schön wie zum Beispiel die Emmylou Harris-Alben der Siebziger, und viel Schöneres gibt es nicht auf diesem Sektor. Laura Cantrell bewies sich hier ebenso als Interpretin fremder Songs wie als Autorin, die dem Genre endlich mal wieder neue Klassiker hinzuzufügen in der Lage war. Aber auch sonst stimmt hier einfach alles: JD Fosters perfekte (doch nie zu glatte) Produktion und eine handverlesene Schar von Spitzenmusikern (darunter auch Dave Schramm sowie Joey Burns und John Convertino von Calexico) bereiten den idealen Boden für Cantrells Stimme. Eine Genre-Perle, die sicherlich für das Wiedererstarken der Gattung mitverantwortlich ist. – Neupressung auf orangenem Vinyl. (2005/2026)






