Rezension
Fast zehn Jahre nach dem Debüt präsentiert Toby Pazner endlich eine Fortsetzung seiner Instrumental-Soul-Vision, und wow, da ist viel passiert in dieser Zeit. Pazner schuf einen Sound-Kosmos, der zwar auf Retro-Soul (also dem der 60er und frühen 70er) basiert und auch dessen (analoge) Klangästhetik übernimmt, aber so damals kaum hätte erscheinen können. Die Verweise auf Psychedelia, Jazz und die "Library Music" der 70er gehen ja noch an, aber die behutsam eingewobenen Einflüsse nah- und fernöstlicher Art kamen damals in der Gattung eher nicht vor, und in den hier zu hörenden Kombinationen sowieso nicht. Es ist ein spektakulärer Trip im Cinemascope-Format durch Sounds und Grooves, gewürzt natürlich mit grandiosen solistischen Beiträgen der Daptone-Mannschaft (die Bandmitglieder spielen sonst bei den Dap-Kings, The Expressions oder der Menahan Street Band). Eine dieser jenseits der Meters raren Soul-LPs, bei denen ein Sänger tatsächlich nur stören würde. (2026)






