Rezension
Seelenverwandtschaft gibt es natürlich auch über Generationen hinweg. Bei der 1967 geborenen Posaunistin Lis Wessberg, bekannt für einen immer wieder erstaunlich weichen Ton, und der etwa 30 Jahre jüngeren Sängerin Veronika Rud darf man wohl davon sprechen, denn das Timbre von Instrument und Stimme passt so gut zueinander, daß man manchmal schier nicht weiß, wo das eine aufhört und die andere beginnt. Die Songs sind zumeist ruhig, introvertiert, belehnen in den Lyrics gerne Naturbilder; es geht viel um Zwischentöne und Details. Wunderbar etwa Jeppe Grams glasklares, fragiles Drumming im Titelsong; überhaupt ist das hochsensibel agierende Rhythmus-Trio aus Pianist Steen Rasmussen, Bassist Lennart Ginman und Grams geradezu phänomenal gut. Wessberg, als Sidewoman (sagt man so?) seit den frühen 90ern dokumentiert, begann ihre eigene Diskographie erst spät (2021). Die nunmehr drei bei April erschienenen Alben zählen dafür zum Schönsten, was der skandinavische Jazz in den letzten Jahren hervorgebracht hat. (2026)




