Rezension
Sie schrieb diese Lieder in New York, wo die Songwriterin sich fremd und einsam fühlte. Aufgenommen hat sie sie dann aber im heimischen Texas, das Studio war in einer ehemaligen Farm im Westen des Landes untergebracht, zu den nächsten Nachbarn ist man eine Weile unterwegs. Dort hätten die Lieder ein Eigenleben entwickelt, sagt Horn, vielleicht auch deshalb hat sie ihrem dritten Album keinen Titel gegeben. Es ist ein seltsames Album. Referenzen gibt es durchaus: Frühe Cat Power, einige ältere Bill Callahan-LPs, auch Adrianne Lenker und Big Thief sind sicherlich verwandt, und doch sind diese eigentümlich mäandernden Songs, die weder erkennbare Strophen noch Refrains besitzen, etwas vollkommen Eigenes. Die Instrumentierung ist akustisch, sparsam, doch durchaus nicht primitiv, sie wirkt nur so, durch das unmittelbare, direkte Klangbild. Horn selbst scheint in Armlänge des Hörers zu sitzen. Doch so intim die Atmosphäre ist, gleichzeitig spiegelt sich auch die Weite der Landschaft, in der das Album entstand, in diesen Songs. Wer sich darauf einläßt, kommt so schnell nicht mehr davon los. (2026)




