Various

Junges Forum 65 (Rolf Kühn, Hans Koller, Tubby Hayes, George Gruntz u.a.)

Label/AN:  HGBS, HGBSBlue18505
Format:  2 LP 180g

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Rezension

Hier muß man etwas ausholen: Das “Junge Forum” war eine Veranstaltungsreihe im Rahmen der Ruhrfestspiele, eine Art Experimentierfeld neben der Hochkultur, für Theater, Kunst, politische Diskussionen und eben Musik. Da die Ruhrfestspiele traditionell eng mit der Stadt Hamburg verknüpft waren (sie waren ja als Dank für Kohle-Spenden an die Hansestadt in der Nachkriegszeit entstanden), spielte auch der Norddeutsche Rundfunk eine tragende Rolle und brachte seine “Workshop”-Konzertreihe nach Recklinghausen. Im selben Jahr, als dort das beeindruckende neue Festspielhaus eingeweiht wurde, feierte jene Reihe ein kleines Jubiläum – mit dem 40. Workshop-Konzert. Zu diesem Anlaß stellte man eine Bigband zusammen – vorwiegend aus Stammgästen der Reihe: Neben dem Wiener Hans Koller und Klarinettist Rolf Kühn einige “Exilamerikaner” (Trompeter Benny Bailey, Ex-Ellington-Bassist Jimmy Woode, Violin-Veteran Stuff Smith, Flötist Leo Wright, Saxophonist Johnny Scott), dazu eine französische Sektion aus Vibraphonist Michel Hausser und den Trompetern Roger Guerin und Ivan Julien, ebenso eine britische (Drummer Ronny Stephenson und die Saxophonisten Ronnie Ross und Tubby Hayes!). Dann wäre da noch der Schweizer Pianist George Gruntz; Österreich war über Koller hinaus auch mit dem Posaunisten Erich Kleinschuster vertreten, dessen schwedischer Kollege Ake Persson vertrat Nordeuropa. Womit wenigstens die wichtigsten Mitglieder dieser einmaligen Formation genannt wären. Hans Georg Brunner-Schwer, damals noch für das Label des Geräteherstellers SABA tätig, war vor Ort, um mit seinem Team Material für ein geplantes Album mitzuschneiden – das aber leider nie erschien, warum auch immer. Erst im Jahre 2018 wurde der Archivschatz gehoben, als Testlauf für die geplante “Blue”-Reihe des MPS-Nachfolgelabels HGBS. Das Label hing das damals nicht an die große Glocke, deswegen bekam das kaum jemand mit. Wir auch nicht. Hiermit sei das Versäumte nachgereicht, und ausdrücklich an die ganz große Glocke gehängt. Da gehört diese Sternstunde des Big Band Jazz nämlich hin! (2018, rec. 1965)