Rezension
Das Wort Kanda existiert in vielen asiatischen Sprachen, mit unterschiedlichen Bedeutungen: "Kapitel" bedeutet es im Sanskrit, im Thailändischen steht es für ein "Zeichen der Zuneigung", in Hatha-Yoga-Texten bedeutet es Wurzel sowohl im herkömmlichen Sinne als auch übertragen für Energiefluß. Entsprechend vielfältig gibt sich das neue Trio des belgischen Schlagzeug-Veteranen Stéphane Galland mit zwei etwa eine Generation jüngeren Kolleginnen (mit beiden hat er schon zuvor gearbeitet): Die Flötistin Lúcia Pires, die sich auch auf dem EWI (Electronic Wind Instrument) ausdrücken kann, und die Bassistin Louise van den Heuvel, die sich auch mit elektronischem Equipment auskennt. Entsprechend kann das Ensemble hier ganz konventionell-akustisch in Erscheinung treten – oder eben in der einen oder anderen elektronischen Variation, wobei Pires' EWI auch mal die Basslinie übernehmen kann und die Melodie ihrer Kollegin überläßt. Der Klangfarbenreichtum ist so bemerkenswert wie das stilistische Spektrum, das (dem Projektnamen entsprechend) fernöstliche Einflüsse ebenso umfaßt wie Club-Grooves (die allerdings von Galland rein analog produziert werden)! Ungewöhnlich und spannend. (2026)




