Rezension
Insbesondere das Beethoven-Spiel des ukrainischen Klaviergottes hat man immer wieder als "prometheisch" bezeichnet (daß der 1985 mit 68 Jahren verstorbene Pianist seinen Sonaten-Zyklus nicht vollenden konnte, bleibt ein ewig schmerzender Verlust!) – hier läßt sich einmal mehr nachvollziehen, warum: Angesichts der Größe, der Autorität, die seine Gestaltung der siebten Klaviersonate (D-Dur, Op. 10 Nr. 3) ausstrahlt, wagt man sich kaum zu rühren. Es war ein reines Beethoven-Programm, welches Gilels an jenem Konzertabend des 15. Augusts 1980 zur Aufführung brachte. Das auf diesem Album korrespondierende Werk sind die "Eroica-Variationen", deren Aufnahme im selben Jahr für die Deutsche Grammophon zu Recht legendären Ruf genießt. Diese hier allerdings, einen Monat früher aufgenommen, profitiert zusätzlich erstens von der Spannung der Live-Situation, zweitens von der Akustik des Concertgebouw, drittens ganz besonders von der analogen Aufnahme, hier von Kevin Grays "magic touch" zusätzlich veredelt! – 3000 Exemplare gibt es von dieser Klavier-Pretiose! (2026)






